Warum „Neu anfangen“ oft nicht die beste Option ist
How it started: Pinsel in der Hand. Eine klare Technik im Kopf. Ein Bild vor Augen, wie es aussehen soll. Der Plan stand.
Und dann passiert etwas Unerwartetes: Während dem Malen merkte ich, das Bild wird anders. Komplett anders.
Genau das erlebe ich gerade mit meinem aktuellen Acrylbild. Und während ich Schicht für Schicht male, wird mir klar: Dieser Prozess ist eine perfekte Metapher für das Leben selbst.
Wenn der Plan auf die Realität trifft
Ich hatte mir eine Technik zurechtgelegt. Wusste genau, was ich machen wollte. Die Vorstellung im Kopf war klar.
Doch kaum hatte ich begonnen, nahm das Bild eine völlig andere Form an.
Kennst du das auch?
Du hast einen Plan. Eine Vision. Eine klare Vorstellung davon, wie etwas werden soll – dein Business, deine Beziehung, dein Leben.
Und dann kommt die Realität. Und sie sieht anders aus. Ganz anders.
Im ersten Moment ist das frustrierend. Irritierend. Vielleicht sogar entmutigend.
Der Moment der Frustration: Wenn nichts so wird, wie du willst
Nach einigen Schichten schaute ich auf mein Bild – und mochte überhaupt nicht, was ich sah.
Die Frustration war real.
Sollte ich alles weiß übermalen? Neu anfangen? Von vorne beginnen mit einer besseren Strategie?
Ich überlegte es ernsthaft. Der Pinsel mit weißer Farbe war schon in der Hand.
Aber dann hielt ich inne.
Die Frage, die alles veränderte
„Was, wenn ich dem Prozess vertraue? Was, wenn ich nicht neu anfange, sondern einfach weitermache – Schicht für Schicht?“
Bei Acrylfarbe ist das Wunderbare: Du kannst immer wieder neue Schichten draufmalen. Nichts ist endgültig. Jeder „Fehler“ kann zum Teil von etwas Neuem werden.
Genauso wie im Leben.
Die Vereinbarung mit mir selbst: Schritt für Schritt ohne Overthinking
Dann traf ich eine Entscheidung – und schloss eine Vereinbarung mit mir selbst:
Ich höre auf, jeden Schritt zu überdenken.
Stattdessen wähle ich Schritt für Schritt – Farbe für Farbe, Technik für Technik – einfach das, worauf ich gerade Lust habe.
Intuitiv. Spontan. Ohne große Analyse.
Was dabei passierte
Ich fühlte plötzlich wieder Flow.
Weil ich weniger kontrolliert habe.
Ich malte weiter. Schicht für Schicht. So lange, wie es dauern würde. Bis es sich richtig anfühlt.
Und genau das ist die Lebenslektion:
1. Pläne sind Ausgangspunkte, keine Gefängnisse
Deine ursprüngliche Vision ist wichtig. Sie gibt dir Richtung. Aber sie ist kein starres Gefängnis.
Dein Weg darf sich verändern. Das macht ihn nicht falsch, sondern echt.
2. Frustration ist Teil des Prozesses
Wenn etwas nicht so wird, wie du willst, bedeutet das nicht, dass du scheiterst.
Die schwierigen Phasen sind nicht das Ende. Sie sind Zwischenschritte zu etwas Neuem.
3. Loslassen ist die kraftvollste Fähigkeit
Loslassen bedeutet nicht aufgeben. Es bedeutet, der Kontrolle zu entsagen und dem Prozess zu vertrauen.
Du darfst loslassen, wie dein Leben „aussehen sollte“ und dich auf das einlassen, was sich zeigen will.
4. Du kannst so lange weitermachen, bis es passt
Die schönste Erkenntnis: Es gibt keine zeitliche Grenze. Du kannst so lange weitermachen, neue Schichten hinzufügen, nachjustieren – bis es sich stimmig anfühlt.
Kein Weg ist endgültig. Du kannst immer wieder neu ansetzen, ohne von vorne zu beginnen.
Die Kraft der Intuition: Wenn du aufhörst zu grübeln
Als ich aufhörte, jeden Pinselstrich zu analysieren, und stattdessen einfach das wählte, worauf ich Lust hatte, veränderte sich alles, weil ich authentischer wurde. Ich kam wieder bei mir selbst an.
Von Kopf zu Bauch
- Kopf so: „Ist das richtig? Ist das strategisch klug? Was werden andere denken?“
- Bauch so: „Das fühlt sich gut an. Darauf habe ich jetzt Lust. Das ist stimmig.“
Im Malen wie im Leben: Die besten Ergebnisse entstehen, wenn du aufhörst zu grübeln und anfängst zu fühlen.
Dem Prozess vertrauen – die radikalste Form von Selbstvertrauen
„Ich vertraue dem Prozess, egal wie lange es dauert.“
Dieser Satz ist so viel mehr als eine Mal-Philosophie. Er ist eine Lebenshaltung.
Prozessvertrauen bedeutet:
→ Zu akzeptieren, dass Zwischenphasen nicht das Endergebnis sind
→ Zu glauben, dass jede Schicht – auch die „hässliche“ – Teil des Ganzen ist
→ Zu wissen, dass du weitermachen kannst, bis es passt
→ Zu erlauben, dass das Ergebnis anders wird als geplant
Was wäre, wenn du dein Leben wie ein Acrylbild behandelst?
Stell dir vor, du könntest dein Leben wie ein Acrylbild malen:
Nichts wäre endgültig.
▶️ Jede „falsche“ Entscheidung könnte übermalt werden – nicht als Fehler, sondern als Untergrund für die nächste Schicht.
▶️ Jedes Zwischenergebnis, das dir nicht gefällt, wäre nur das: ein Zwischenergebnis.
▶️ Du könntest so lange weitermachen, neue Schichten hinzufügen, nachjustieren – bis es sich richtig anfühlt.
Die gute Nachricht: Genau so funktioniert das Leben.
Deine drei Sofortmaßnahmen für mehr Prozessvertrauen
1. Höre auf zu überdenken
Bei der nächsten Entscheidung: Wähle das, worauf du wirklich Lust hast. Nicht das, was du „solltest“. Nicht das Strategische. Sondern das Stimmige.
2. Erlaube Zwischenphasen
Wenn etwas gerade nicht so läuft, wie du willst: Erinnere dich daran, dass es ein Zwischenergebnis ist. Nicht das Endergebnis. Du kannst weitermalen.
3. Vertraue dem „Anders“
Wenn etwas anders wird als geplant: Bleib offen. Vielleicht wird es nicht schlechter, sondern interessanter. Authentischer. Echter.
Mein aktuelles Bild ist noch nicht fertig
Und weißt du was? Das ist völlig okay.
Ich weiß nicht, wie viele Schichten es noch braucht. Ich weiß nicht, wann ich den Pinsel zur Seite lege und sage: „Jetzt ist es fertig.“
Aber ich vertraue dem Prozess.
Schicht für Schicht. Farbe für Farbe. Ohne Overthinking.
Deine Einladung
▶️ Wo in deinem Leben hältst du gerade an einem Plan fest, der nicht mehr passt?
▶️ Wo frustriert dich ein Zwischenergebnis, obwohl es nur eine Phase ist?
▶️ Wo könntest du loslassen, dem Prozess vertrauen und einfach die nächste Schicht malen?
DU bist das Kunstwerk.
Und das Schöne an Acryl – an deinem Leben – ist: Du kannst so lange weitermachen, bis es sich richtig anfühlt.
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